Wandelnde Blätter

Faszinierende Tarnkünstler im Terrarium

Wandelnde Blätter (Phylliidae) gehören zu den beeindruckendsten Erscheinungen im Insektenreich. Durch ihre perfekte Mimese – also die Nachahmung von Pflanzenteilen – sind sie für das menschliche Auge auf den ersten Blick kaum von echten Blättern zu unterscheiden. In der Terraristik erfreuen sie sich großer Beliebtheit, da sie nicht nur faszinierend zu beobachten, sondern auch vergleichsweise pflegeleicht sind.

Die Wahl der richtigen Art

Für den Einstieg in dieses Hobby ist die Wahl der Art entscheidend.

  • Phyllium philippinicum: Gilt als die ideale Anfängerart. Sie ist robust und verzeiht kleine Schwankungen im Klima.
  • Phyllium giganteum: Besticht durch ihre enorme Größe von bis zu 12 cm, benötigt aber stabilere Bedingungen.
  • Pulchriphyllium pulchrifolium: Eine wunderschöne, aber etwas anspruchsvollere Art, die höhere Temperaturen (bis 30°C) und eine sehr präzise Luftfeuchtigkeit bevorzugt.

Das optimale Zuhause: Das Terrarium

Wandelnde Blätter sind Kletterkünstler. Da sie sich vorwiegend vertikal bewegen, ist die Höhe des Terrariums wichtiger als die Grundfläche. Ein Maß von 30x30x60 cm ist für eine kleine Gruppe ideal.

Wichtige Faktoren für das Klima:

  • Temperatur: Die meisten Arten fühlen sich bei 22°C bis 28°C wohl.
  • Luftfeuchtigkeit: Ein Bereich zwischen 60 % und 80 % ist optimal. Dies wird durch tägliches Sprühen (am besten abends) erreicht.
  • Lüftung: Eine gute Luftzirkulation ist lebensnotwendig, um Staunässe und Schimmelbildung zu vermeiden.

Ernährung: Was fressen Wandelnde Blätter?

Die Tiere sind reine Pflanzenfresser. Die einfachste und sicherste Nahrungsquelle im europäischen Raum sind Brombeerblätter. Diese sind auch im Winter grün und überall zu finden. Alternativ werden Himbeere, Eiche, Wildrose oder Salal (aus dem Floristikfachhandel, sofern unbehandelt) angenommen.

Wichtig: Achten Sie immer darauf, dass das Futter absolut frei von Pestiziden ist, da chemische Rückstände für die Insekten sofort tödlich sind.

Wachstum und die gefährliche Häutung

Wandelnde Blätter wachsen in Etappen, den sogenannten L-Stadien. Um größer zu werden, müssen sie ihre alte Haut abstreifen. Während dieser Phase hängen sie kopfüber an Ästen. Es ist entscheidend, die Tiere während der Häutung niemals zu stören oder anzufassen, da ihre neue Haut noch weich und extrem verletzlich ist.

Zucht und Nachwuchs

Ein besonderes Phänomen ist die Parthenogenese (Jungfernzeugung). Viele Arten, wie das Phyllium giganteum, benötigen keine Männchen, um befruchtete Eier zu legen. Aus diesen schlüpfen dann ausschließlich Weibchen.

Die Eier ähneln kleinen Pflanzensamen und werden einfach auf den Boden fallen gelassen. Zur Aufzucht sollten diese gesammelt und auf feuchtem Vermiculit bei konstanten Temperaturen (22–26°C) inkubiert werden. Nach etwa 4 bis 8 Monaten schlüpfen die winzigen Nymphen, die anfangs oft dunkel gefärbt sind, um Ameisen zu imitieren.

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