Faszination Papua-Schildmantis

Ein Leitfaden zur Haltung und Zucht der Rhombodera kirbyi

Die Rhombodera kirbyi, auch bekannt als Papua-Schildmantis, gehört aufgrund ihrer stattlichen Größe und ihres markanten Rückenschilds zu den beliebtesten Arten in der Terraristik. Doch wer diese beeindruckenden Insekten erfolgreich halten oder sogar züchten möchte, muss einige wichtige Regeln beachten. In diesem Artikel fassen wir alles Wissenswerte von der Entwicklung bis zur Eiablage zusammen.

Die richtige Haltung: Platz und Futter

Da Rhombodera kirbyi sehr aggressiv ist, ist eine Einzelhaltung zwingend erforderlich, um Kannibalismus zu vermeiden.

  • Das Terrarium: Für ein adultes Weibchen sollte es mindestens 30x30x40 cm groß sein. Die Höhe ist entscheidend, da sich die Tiere kopfüber häuten.
  • Ernährung: Der Ernährungszustand lässt sich leicht am Abdomen ablesen: Ein praller, runder Hinterleib bedeutet „satt“. Als Hauptfutter dienen Fliegen und Schaben. Mehlwürmer sollten wegen ihres hohen Fettgehalts nur ein seltener Snack sein.

Entwicklung und das „L-System“

Gottesanbeterinnen wachsen nicht kontinuierlich, sondern sprunghaft durch Häutungen. Das Alter wird daher in L-Stadien (Larvenstadien) gemessen.

  • L1 ist der Zustand direkt nach dem Schlupf.
  • Mit jeder Häutung (ca. alle 10 bis 14 Tage) steigt die Zahl.
  • Weibchen erreichen meist L10, während Männchen oft schon nach L8 oder L9 adult (erwachsen) sind.

Besonders faszinierend: Verliert ein Jungtier ein Bein, kann dieses bei den nächsten Häutungen regenerieren. Erst im adulten Stadium ist diese Heilung nicht mehr möglich.

Geschlechtsunterschiede erkennen

Um Männchen und Weibchen sicher zu unterscheiden, schaut man am besten auf die Unterseite des Hinterleibs (Abdomen):

  • Weibchen: Haben 6 Segmente und ein sehr breites, kräftiges Erscheinungsbild. Sie werden bis zu 11 cm groß.
  • Männchen: Besitzen 8 Segmente, sind mit ca. 9 cm kleiner, schlanker und haben längere Fühler sowie Flügel, die über das Abdomen hinausreichen.

Zucht und Inzucht-Gefahr

Die Paarung sollte erst 3-4 Wochen nach der Adulthäutung erfolgen. Wichtig: Das Weibchen muss vorher extrem gut gefüttert werden, damit es das Männchen nicht frisst.

Ein kritischer Punkt ist die Inzucht. Man kann zwar Geschwister aus einer Oothek (Eipaket) paaren, doch dies führt oft zu Inzuchtdepressionen in der nächsten Generation: Fehlbildungen, geringere Schlupfraten und eine schwache Immunabwehr sind die Folge. Für eine stabile Zucht empfiehlt es sich daher, Männchen und Weibchen von unterschiedlichen Züchtern zu kombinieren.

Die Oothek: Der Ursprung neuen Lebens

Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen Ootheken ab – schaumige Pakete, die an der Luft aushärten.

  • Lagerung: Diese sollten bei 24–28 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 60–80 % inkubiert werden.
  • Schlupf: Nach ca. 6–8 Wochen schlüpfen 20 bis 80 kleine Nymphen, die sofort mit Fruchtfliegen gefüttert werden müssen.

Die Haltung der Rhombodera kirbyi ist ein spannendes Hobby, das Geduld und Beobachtungsgabe erfordert, aber mit faszinierenden Einblicken in die Natur belohnt wird.

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