Bollywood-Film: Raees

Ich war heute in „Raees“, der neue Film mit Shah Rhuk Kahn. Er lief am Donnerstag und heute in einigen deutschen Kino’s, im original Ton Hindi mit deutschem Untertitel. Ich bin noch total geflasht.
Das Kino war bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Frauenanteil lag bei 60 %, was mich angenehm überrascht hat und nein die anwesenden Männer war nicht nur Begleiter ihrer Frauen. Da waren mehrere Herrencliquen im Kino anwesend.

Worum geht es in dem Film – Spoiler Alarm –

Filmplakat Raees

Gujarat, in den 1980ern: In dem indischen Staat verbietet das Prohibitionsgesetz den Konsum von Alkohol. Auf Verkauf und Herstellung steht sogar die Todesstrafe. Trotzdem, das illegale Alkoholgeschäft boomt wie eh und je und der scharfsinnige Schmuggler und Impresario Raees (Shah Rukh Khan) nutzt die Stunde, um sein eigenes Imperium zu errichten und zu einem der mächtigsten und beliebtesten Männer Indiens aufzusteigen. Doch Ruhm und Erfolg scheinen bedroht, denn schon bald kommen die Behörden Raees‘ Schmugglerring auf die Schliche und der unbeirrbare Polizist Majmudar (Nawazuddin Siddiqui) hat es zu seiner Lebensaufgabe gemacht, das illegale Treiben in Gujarat ein für alle Male zu eliminieren.

Bollywood macht glücklich

Indien, 2016
Regie: Rahul Dholakia
Hauptdarsteller: Shah Rukh Khan, Mahira Khan, Nawazuddin Sidduqui
Produktionsfirma: Excel Entertainment, Red Chillies Entertainment

Meine Meinung:
Ich finde es klasse, wie sich Shah Rhuk Khan schauspielerisch entwickelt hat in Sachen Antiheld. Obwohl Raees ein Schmuggler ist, der auch über Leichen geht, ist der Zuschauer aber geneigt Raees zu mögen. Er steht zu (wie er es nennt) „seinem Viertel“ und da tut er durchaus auch Gutes. Die ein oder andere Szene ist etwas gewöhnungsbedürftig, es werden Menschen umgebracht und das sehr realistisch. Für einen Bollywood Film eher ungewöhnlich. Aber auch solche Szenen meistert Shah Rhuk Kahn – Hut ab – ich sass im Kino und hatte gehörigen Respekt! An dieser Stelle sei gesagt: Der Film hat zurecht eine FSK-Freigabe ab 16 Jahren.
Raees hat einen sehr steinigen Weg zu gehen und Shah Rhuk Kahn transportiert diese Hoch’s und Tief’s sehr gut. Mit Kajal geschminkten Augen sieht Shah Rhuk Kahn noch mal so böse aus – unglaublich was etwas Kajal ausmachen kann!
Mahira Khan in der Rolle der Ehefrau Aasiya fand ich auch sehr gut. Interessant fand ich, das normalerweise die Frau in den Bollywood Filmen gegen das „Böse“ sind. Hier weis Aasiya genau, wer Raees ist bzw. was Raees tut. Aber sie ist eine Frau, die hinter ihrem Mann steht und ihn auch unterstützt.
Und zum Schluss Polizist Majmudar gespielt von Nawazuddin Siddiqui – der Gegenspieler Raees. Die Filmemacher prangert ein sehr großes Problem in Indien an – die Korruption. Polizist Majmudar lässt sich aber nicht bestechen. Selbst dann nicht, als nicht nur die Kollegen, sondern auch Vorgesetzte und der Minister des Staates sich als korrupt zeigen. Er hält unbeirrt Kurs und es entwickelt sich ein Schachspiel zwischen ihm und Raees, was sogar etwas Witz zulässt.
Das Ende, tija fällt mir jetzt etwas schwer, zu beschreiben. Es hat kein Happy End, wie sonst in den Hindi-Filmen. Raees wird hintergangen und schmuggelt Sprengstoff, der dann für einen terroristischen Anschlag verwendet wird. Das stürzt Raees in eine Krise, denn es kommen sehr viele Menschen um Leben. Er stellt sich darauf hin Polizist Majmudar, der ihn verhaftet und hinrichtet. Eine sehr tiefgründige Szene wie ich finde, mir tat Raees leid und mir tat Polizist Majmudar leid. Diesmal war die Todesszene nicht so kitschig wie beispielsweise in Darr oder Shakti.

Resümee:
Auch wenn der Film in den 1980er/90er spielt, denke ich, das thematisierte Problem Korruption ist auch heute noch in Indien sehr verbreitet. Für mich schon jetzt einer der besten Filme Shah Rhuk Kahn’s. Auf jedenfall ein Must für alle Freunde des Hindi-Films oder Shah Rhuk Kahn Fan’s. Für alle Anderen ist er sehenswert, er bietet Action, Nervenkitzel, Spaß und etwas Romantik.

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